Wo Hase, Nilpferd & Schwein zusammen lernen: Interaktive Tafelbilder aus dem HanisauLand.

Kleine Monster im großen Internet, erschaffen von Stefan Eling.

Wieder einmal haben wir uns für euch auf die Suche gemacht nach ansprechenden, gut zu bedienenden und inhaltlich gehaltvollen Materialien für das interaktive Whiteboard. Fündig geworden sind wir in einem fernen, fremden Land. Es wird von bunten Comicfiguren bevölkert und ist nach seinen Bewohnern benannt: den HAsen, den NIlpferden und, naja, den Schweinen. Das HanisauLand  ist ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung für jüngere Nutzer. Unter dem Slogan “Politik für dich” finden sich dort u.a. ein Lexikon zu politischen Begriffen, Rezensionen, Spiele und – folgt man dem Link für Lehrende rechts oben auf der Startseite – auch interaktive Tafelbilder.

Weitere Tafelbilder werden “in Kürze” veröffentlicht, bisher finden sich hier bereits  fünf Unterrichtseinheiten zu folgenden Themen: Bundesländer und Hauptstädte in Deutschland, Bundestagswahlen, Cybermobbing, und Mobbing. Das Material ist für verschieden Altersstufen konzipiert, von der Grundschule (ab der 4.Klasse) bis hin zur Sekundarstufe 1 (bis zur 8. Klasse). Zur Anwendung der Materialen sollten zwischen zwei und vier Unterrichtsstunden eingeplant werden.
Alle Unterrichtseinheiten bestehen aus mehreren Tafelbildern bzw. Folien, die alle eine recht ähnliche, comic-artige Grafik haben. Auf den Folien selbst finden sich keine Aufgabenstellungen. Diese sind aber innerhalb der Einheiten jederzeit über ein Info-Tool abrufbar, bzw. lassen sich vorab über den “Info/Details”-Button einsehen. Wer das Material bearbeiten möchte, findet dazu unterhalb der Folien eine ein- und ausblendbare Werkzeugleiste mit verschiedenen Mal- und Zeichnenfunktionen (dazu später mehr). Zusätzlich liefern die Folien häufig Links zu thematisch passendem Audio- und Videomaterial. Allerdings sind diese nur über einen Internetzugang abrufbar. Dieser wird zur Verwendung der Folien ohnehin grundsätzlich benötigt – zumindest haben wir keine Möglichkeit gefunden, die Unterrichtseinheiten herunterzuladen. Auch was das Speichern von Zwischenergebnissen angeht, tappen wir etwas im Dunkeln (Screenshots?!). Doch davon lassen wir uns nicht abschrecken und fangen einfach mal an:

Besonders angetan hat es uns gleich das erste Angebot: “Bundesländer und ihre Hauptstädte”. Auf insgesamt fünf Folien kann man klicken, ziehen, zuordnen, puzzeln und die Flaggen der Bundesländer erraten. Solange, bis auch der/die letzte im Schlaf aufsagen kann, dass Saarbrücken die Hauptstadt des Saarlandes ist. Eine praktische Lösungsfunktion erspart dabei etwaige Peinlichkeiten. Die Bedienung ist manchmal ein wenig frickelig und die Optik (in den Farben blassgelb, blassblau und blassgrün) wirkt etwas angestaubt und könnte an sehr sonnigen Tagen zu Sichtproblemen auf Computer- oder IWB-Bildschirmen führen. Trotzdem, wir hatten Spaß! Nur mit der Mal- und Zeichnenfunktion konnten wir leider wenig anfangen.
Diese Funktion brauchen wir tatsächlich nur ein Mal: um das Buchstabenrätsel der Einheit “Bundestagswahlen” zu lösen. Stattdessen vermissen wir die Möglichkeit, Texte per Keyboard einzufügen. Gerade bei Folien, die laut Informationskästchen dazu gedacht sind, in der Klasse zu brainstormen, wäre es schön, die Ergebnisse gut leserlich festhalten zu können. Laut bpb soll man die Zeichentools der Werkzeugleiste nutzen, “um innerhalb der Tafelbilder oder auf einer leeren Seite handschriftliche Anmerkungen zu machen”. Das funktioniert gut, wenn man mit einem Eingabestift am IWB arbeitet. Mit der Computer-Mouse wird alles etwas krakelig und unleserlich.

Bei den “Internettipps” finden wir sie dann doch, die vermisste Funktion, die es erlaubt, Text in Kästchen zu tippen. Die Kästchen lassen sich sogar größer und kleiner ziehen, je nach Bedarf. Zum Abspeichern der Arbeitsergebnisse machen wir einen Screenshot, eine andere Möglichkeit haben wir erstmal nicht gefunden. Dafür gibt es viele gute Links rund um das Thema “kindersicheres Internet”. Auch Videos sind vorhanden, einziges Manko hier: um die Videos sehen zu können, muss man jedes Mal die Seite verlassen. Die bunte Comic-Optik der Interaktiven Tafelbilder tröstet uns wieder. Sie lassen das Material ansprechend aussehen, ohne die Seiten zu überladen.

Wer die Videos gerne schon in die Materialien eingebettet hätte, wird bei der Unterrichtseinheit zu “Cybermobbing” fündig. Das interaktive Tafelbild, laut bpb geeignet für die Klassenstufe 5-8, bietet umfassende Informationen. Doch auch hier vermissen wir eine Möglichkeit, Texte einzufügen. Die gibt es wieder in der letzten der fünf Unterrichtseinheiten: “Mobbing”. Auch die Tafelbilder zu diesem Thema bieten altersangemessene und umfassende Informationen. Wir können passende Begriffe zuordnen und zum Schluss gibt es ein Comic. Hier können wir uns Bild für Bild durch die Geschichte der drei Schweine-Brüder klicken, die einen Mobbing-Club gründen wollen. Zum Schluss werden sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Ende gut, alles gut.

Fazit: Man darf gespannt sein, welche interaktiven Tafelbilder die bpb im HanisauLand noch online stellen wird. Die bisherigen Materialien sind bunt, altersangemessen und informativ. An manchen Funktionen kann noch ein wenig geschraubt werden. Doch insgesamt sprechen wir gern das Prädikat “Empfehlenswert” aus!

Anmerkung zum Schluss: Leider konnten wir auf der bpb-Seite keinen Hinweis darauf finden, welche technischen Gegebenheiten es braucht, um die interaktiven Tafelbilder zu nutzen. Wir haben das Material am Mac und an einem IWB mit MimioTeach Interactive System getestet. Unserer Ansicht nach sind zwei Einsatzvarianten denkbar: In größeren Gruppen am interaktiven Whiteboard oder einzeln bzw. in kleineren Gruppen am einem PC. Für beide Varianten gilt: ein Internetzugang ist Voraussetzung.

 

Foto: Kleine Monster im großen Internet, zu finden im interaktiven Tafelbild zur Unterrichtseinheit “Internettippsund erschaffen von Stefan

Eling.

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