Gegenwart trifft Vergangenheit

Jetzt geht's los!

Nein, sie hängen nicht an den Wänden der Klassenzimmer, um zu verstauben. Interaktive Whiteboards sind noch immer eines der Top-Themen, fällt das Stichwort digitale Bildung. Viele deutsche Schulen verfügen über mindestens eines. Doch wird es genutzt? Die Praxis zeigt: oftmals nicht. „Tafel Digital“ will Unterrichtseinheiten so aufbereiten, dass sie einen Mehrwert für Lehrende und Lernende bieten. Dabei konzentriert sich das Projekt auf zeitgeschichtliche Inhalte und innovative Vermittlungsansätze.

Die Gestaltungsmöglichkeiten des Schulunterrichts sind vielfältig, was den Einsatz von Materialien, die didaktischen Mittel und Lernziele angeht. Das ist für das Schulfach Geschichte, dem oft ein „staubiges“ Image anhaftet, besonders wichtig. Gezielter Einsatz neuer Medien kann den Schülern den Zugang zur und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit deutlich erleichtern. Gegenwart und Vergangenheit treffen sich im Klassenzimmer.

Eine neue und besondere Form der Unterrichtsgestaltung sind interaktive Whiteboards. Sie kombinieren technische Geräte, die im Schulunterricht oftmals getrennt eingesetzt werden. Beamer, DVD-Player, Computer, Internet. Sinnvoll eingesetzt, können sie einen deutlichen Mehrwert für Schüler und Lehrer bedeuten.

Dank bildungspolitischer und privatwirtschaftlicher Offensiven verfügen die meisten deutschen Schulen über ein oder mehrere interaktive Tafeln. Nur wie man mit ihnen umgeht, erschließt sich oft nur wenigen Interessierten. Oftmals kommen die interaktiven Whiteboards nur vereinzelt zum Einsatz. Zu viel Aufwand bei der Auseinandersetzung mit dem Gerät, der Mehrwert erscheint zu gering, technische Pannen verkürzen die ohnehin kurzen Schulstunden und die Vorbereitungszeit für eine Unterrichtsstunde erhöht sich – einige von vielen Gründen, weshalb sich Lehrer gegen den Einsatz dieser neuen Technik wehren.

Können digitale Tafeln Schiefer und Kreide unter diesen Voraussetzungen tatsächlich Vergangenheit werden lassen? Blickt man in europäische Nachbarländer oder über die Weltmeere hinweg, scheint es so: In Großbritannien verfügen bereits über 90 Prozent der Klassenräume über interaktive Whiteboards. Auch in Mexiko ist die Ausstattung wesentlich weiter voran geschritten als in Deutschland.

Hierzulande scheint sich zwischen den neuen Geräten und einigen Lehrenden ein tiefer Graben aufzutun. In ihm tummeln sich Desinteresse, Unverständnis und Bedenken. Andere hingegen schätzen den Mehrwert der interaktiven Whiteboards. Doch wie sieht der eigentlich aus? Und vor allem: Wie kann er für eine breitere Gruppe von Lehrenden nutzbar gemacht werden?

Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt „Tafel Digital“. Konkretes Projektziel ist es, Unterrichtseinheiten des Onlineportals www.DeineGeschichte.de für interaktive Whiteboards nutzbar zu machen. Dabei arbeiten wir mit Schulen zusammen und lassen die Unterrichtseinheiten während verschiedener Entwicklungsphasen von Schulklassen und ihren Lehrern testen, um Verbesserungsbedarf früh zu erkennen und adäquat auf Wünsche Lehrender und Lernender eingehen zu können. Die erste Unterrichtseinheit wird sich mit der Geheimpolizei der DDR befassen.

Darüber hinaus sollen Video-Tutorials entstehen, die Hilfestellung beim Einsatz eines interaktiven Whiteboards bieten. Und natürlich bloggt das Projektteam über seine alltäglichen Erfahrungen im Umgang mit und rund um interaktive Whiteboards. Wir dokumentieren, wie wir uns im Dschungel der Whiteboard-Anbieter zurecht finden, wie wir das Gerät in Betrieb nehmen und an welchen Stellen wir gerne aus Frustration dagegen treten würden. Wir durchforsten das Netz auf nützliche Adressen für Lehrende und besprechen bereits bestehende Unterrichtsmaterialien für interaktive Whiteboards.

Lehrende der schulischen wie außerschulischen Bildung sollen so die Möglichkeit erhalten, mit Hilfe aktueller Materialien einen aktiven, interessanten und abwechslungsreichen Geschichtsunterricht zu gestalten. Sie sollen nutzen können, was ihnen zur Verfügung steht – und das möglichst effizient. Dabei soll der Spaß am Lernen ebenso wenig zu kurz kommen wie das Erreichen von Lernzielen.

Foto: Wasser, was zum Knabbern, Technikkram – was wir für die Arbeit mit dem interaktiven Whiteboard unbedingt brauchen (Kooperative Berlin).

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